Abnehmen durch Medikamente – eine Übersicht

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Lachende Frau mit Pille und Wasserglas in der Hand
Das Redaktionsteam des DoktorABC Wellness Hubs

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In diesem Artikel geben wir Ihnen einen Überblick über die verschiedenen Arten von Medikamenten zum Abnehmen und worauf Sie bei deren Verwendung achten sollten

Viele Menschen sind unzufrieden mit ihrem Gewicht. Sie suchen nach zusätzlichen Wegen, um abzunehmen, besonders wenn eine gesunde Ernährung und regelmäßige körperliche Aktivität nicht den gewünschten Erfolg gezeigt haben. 

Manchmal fehlt auch einfach die Zeit, um regelmäßig Sport zu treiben, oder es gibt in der Kantine keine gesunden Alternativen. Dann können Schlankheitsmittel helfen, dem Ziel der Gewichtsabnahme näherzukommen.

Frau mit Pillen und Maßband in den Händen

Stoffwechsel-Booster

Stoffwechsel-Booster sind Medikamente, die den Stoffwechsel anregen und somit mehr Kalorien verbrennen. Sie bewirken eine Erhöhung der Körpertemperatur und des Energieverbrauchs. 

Die bekanntesten sind Koffein und Ephedrin. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass diese Substanzen auch das Herz-Kreislauf-System belasten und bei längerer Einnahme zu Abhängigkeit führen können.

Koffein

Eine groß angelegte systematische Überprüfung im Fachjournal Pharmaceuticals befasste sich mit den Auswirkungen der Koffeinzufuhr auf die Gewichtsabnahme. Und die Ergebnisse waren eindeutig.

Mit der Koffeinaufnahme stieg die mittlere Reduktion von Gewicht, BMI und Fettanteil. Insgesamt belegte diese Analyse, dass die Einnahme von Koffein die Reduzierung von Gewicht, BMI und Körperfett fördern könnte. (Quelle: tandfonline.com)

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Ephedrin

Ephedrin ist der Hauptwirkstoff von Mahuang (Ephedra sinica), einer Pflanze, die in der traditionellen chinesischen Medizin vielfältige Anwendung findet. Die Anwendung von Ephedrin ist aber umstritten, nicht zuletzt, weil es im Sport oft zu Leistungssteigerungen missbraucht wurde.

Systematische Studien haben aber gezeigt, dass ephedrinhaltige Produkte zu einer Gewichtsabnahme führen können. Jedoch verursachen sie auch eine erhöhte Herzfrequenz, weshalb während der Einnahme eine genaue Überwachung nötig ist. (Quelle: mdpi.com)

GLP-1 Medikamente

GLP-1-Medikamente sind eine vielversprechende Möglichkeit, beim Abnehmen zu helfen. GLP-1 steht für „Glucagon-like peptide-1“ und ist ein Hormon, das normalerweise nach dem Essen freigesetzt wird. Es stimuliert Insulin und hemmt die Freisetzung von Glukagon. Dadurch sinkt der Blutzuckerspiegel und das Sättigungsgefühl steigt.

Arzneistoffe wie Liraglutid und Semaglutid sind synthetische Versionen dieses Hormons und können dazu beitragen, das Hungergefühl zu reduzieren, den Stoffwechsel zu steigern und die Insulinsensitivität zu verbessern.

In Deutschland ist Semaglutid seit 2018 unter dem Handelsnamen Ozempic für Diabetiker zugelassen. Inzwischen wurde die Anwendung von Semaglutid auf die Behandlung von Übergewicht erweitert. Liraglutid ist unter den Namen Victoza und Saxenda auf dem Markt.

Mann mit Ozempic-Injektor in den Händen

In klinischen Studien haben diese Medikamente gezeigt, dass sie zu signifikantem Gewichtsverlust führen können, insbesondere wenn sie mit einer gesunden Ernährung und regelmäßiger körperlicher Aktivität kombiniert werden. (Quelle: aerzteblatt.de)

Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass GLP-1-Medikamente auch potenzielle Nebenwirkungen haben können. Diese Nebenwirkungen können in der Regel durch eine langsame Dosissteigerung und eine Anpassung der Ernährung minimiert werden.

Bevor Sie ein GLP-1 Medikament einnehmen, sollten Sie sich daher immer von einem Arzt beraten lassen. Es ist auch wichtig zu beachten, dass GLP-1-Medikamente nicht für jeden geeignet sind und dass sie nicht als langfristige Lösung für Gewichtsverlust angesehen werden sollten.

Natürliche Medikamente

Natürliche Medikamente sind Medikamente, die aus natürlichen Pflanzenextrakten oder Kräutern hergestellt werden. Sie können als Appetitzügler, Fettblocker oder Stoffwechsel-Booster wirken. 

Grüner Tee-Extrakt und Garcinia Cambogia sind Beispiele für natürliche Abnehmpräparate. Grüntee-Extrakt ist reich an Catechinen und enthält eine ordentliche Menge Koffein.

Diese Kombination scheint für die bescheidenen Reduktionen von Körpergewicht und -fett von Grüntee-Extrakt verantwortlich zu sein. 

Tasse mit grünem Tee auf Holztisch

Die vorherrschende Hypothese ist, dass Grüntee-Extrakt die Aktivität des sympathischen Nervensystems beeinflusst, den Energieverbrauch erhöht und so die Fettoxidation fördert. 

Das Koffein, das von Natur aus in grünem Tee enthalten ist, beeinflusst ebenfalls die Aktivität des gleichen Nervensystems und könnte synergetisch den Energieverbrauch und die Fettoxidation steigern. (Quelle: sciencedirect.com)

Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass auch natürliche Medikamente nicht frei von Nebenwirkungen sind und dass es bei der Einnahme von Kräutern oder Pflanzenextrakten wichtig ist, sich über mögliche Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten und gesundheitlichen Bedingungen zu informieren.

Fettblocker

Fettblocker sind Medikamente, die die Aufnahme von Fett in den Körper verringern sollen. Diese Aufgabe übernehmen im menschlichen Körper normalerweise die fettverdauenden Enzyme, die sogenannten Lipasen.

Fettblocker senken die Fettaufnahme im Körper, indem sie sich an die Lipasen binden und deren Funktion blockieren. Dadurch wird die Fettaufnahme im Dünndarm um bis zu einem Drittel reduziert. 

Orlistat ist der bekannteste Fettblocker und seit 1998 in Deutschland, Österreich und der Schweiz auf Rezept erhältlich. Dabei ist zu beachten, dass Orlistat den Appetit nicht zügelt. 

Für ein optimales Ergebnis sollte das Medikament daher in Kombination mit einer ärztlich überwachten Reduktionsdiät eingesetzt werden. Dann sei laut Aussage der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) für einen Teil der Patienten eine Reduktion des Körpergewichts um bis zu zehn Prozent möglich. (Quelle: ema.europa.eu)

Gelbe Orlistat-Pillen

Appetitzügler

Appetitzügler sind Medikamente, die das Hungergefühl reduzieren. Sie beeinflussen die Neurotransmitter im Gehirn und bewirken, dass das Hungergefühl unterdrückt wird.

Der bekannteste Appetitzügler ist Phentermin. Es kann jedoch, ähnlich wie Amphetamine, eine psychische Abhängigkeit hervorrufen und ist suchtgefährdend. Aus diesem Grund ist dieses Präparat seit Anfang der 1970er Jahre in Deutschland nicht mehr zugelassen. (Quelle: aerzteblatt.de)

In den USA jedoch sind Phentermine von der FDA seit 1959 für eine bis zu 12 Wochen dauernde Behandlung für Patienten ab 16 Jahren zugelassen. (Quelle: rimed.org)

Topiramat

Topiramat ist ein altbewährtes und auch in Deutschland weit verbreitetes Medikament gegen Epilepsie und Migräne. In Studien wurde als Nebenwirkung eine Gewichtsabnahme beobachtet. Der zugrunde liegende Wirkmechanismus ist komplex und nicht vollständig geklärt.

Topiramat hat aber Nebenwirkungen, deren Risiken bei der Behandlung von Epilepsie vertretbar sein mögen. Aber bei einer Diätpille, deren Anwendung kaum kontrolliert werden kann, müssen andere Maßstäbe angelegt werden.

Folgerichtig verweigerte die FDA einer Topiramat-Diätpille, die unter dem Handelsnamen Qnexa auf den Markt kommen sollte, zunächst eine Zulassung. Als Kombinationspräparat mit den Wirkstoffen Phentermin und Topiramat ist jedoch ein Präparat mit dem Namen Qsymia seit 2012 in den USA erhältlich.

Ärztin, die sich eine Körperwaage vor die Brust hält

Hormonelle Medikamente

Hormonelle Medikamente sind Medikamente, die den Hormonhaushalt im Körper beeinflussen. Ein Beispiel hierfür ist das Schilddrüsenersatzhormon Levothyroxin, das auch als L-Thyroxin bekannt ist.

Es wird zur Behandlung von Schilddrüsenunterfunktionen eingesetzt und kann bei einigen Menschen als Nebenwirkung zur Gewichtsabnahme führen.

Levothyroxin ist ein natürliches Schilddrüsenhormon. Als Arzneistoff wird es als Natriumsalz oral verabreicht. Es steigert den Energieumsatz, den Sauerstoffverbrauch und die Wärmebildung im Körper. 

Viele Ärzte setzen Schilddrüsenhormone nicht zur Gewichtsreduktion ein, denn bei einer normalen Dosis ist der Effekt auf das Körpergewicht sehr gering.

Bei höheren Dosen ist dann auch die Gefahr schwerwiegender Nebenwirkungen viel größer. Generell können hormonelle Medikamente starke Nebenwirkungen haben und sollten nur unter ärztlicher Aufsicht eingenommen werden. (Quelle: pharmazeutische-zeitung.de)

Fazit

Insgesamt gibt es eine Vielzahl von Medikamenten zum Abnehmen, die bei der Gewichtsreduktion helfen können. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass diese Medikamente immer nur ein Teil eines umfassenden Plans sein sollten, zu dessen anderem Part eine gesunde Ernährung und regelmäßige körperliche Aktivität gehören. Denn die beschriebenen Medikamente sind keine Wundermittel, die alleine helfen.

Bevor Sie sich entscheiden, zusätzlich ein Medikament zum Abnehmen einzunehmen, sollten Sie sich immer von einem Arzt oder Apotheker beraten lassen und die potenziellen Nebenwirkungen und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten oder gesundheitlichen Bedingungen abwägen.

Die Abnehmpräparate sollten auch nicht als langfristige Lösung für Gewichtsverlust gesehen werden

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  1. https://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/10408398.2018.1507996
  2. https://www.mdpi.com/1424-8247/14/11/1198
  3. https://www.doktorabc.com/de/behandlungen/ozempic
  4. https://www.doktorabc.com/de/behandlungen/victoza
  5. https://www.doktorabc.com/de/behandlungen/saxenda
  6. https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/138641/Semaglutid-Mahnung-vor-unkontrolliertem-Einsatz-zum-Abnehmen
  7. https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0955286310001609
  8. https://www.doktorabc.com/de/behandlungen/orlistat
  9. https://www.ema.europa.eu/en/documents/product-information/xenical-epar-product-information_de.pdf
  10. https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/45425/Diaetpille-bessert-kardiale-Risiken
  11. https://www.pharmazeutische-zeitung.de/themen/levothyroxin-natrium/

Dieser Artikel enthält keine medizinischen Ratschläge und ersetzt auch nicht eine ärztliche Beratung. Er dient ausschließlich informativen Zwecken. Wenden Sie sich bei allen Fragen der Gesundheit oder im Krankheitsfall unbedingt an einen Arzt oder Apotheker und lesen Sie auch die Beipackzettel Ihrer Medikamente vor Einnahme sorgfältig durch.

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