Betablocker sind eine weitverbreitete Medikamentengruppe, die besonders bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen eingesetzt wird. Doch gerade bei Menschen mit Asthma gibt es oft Unsicherheiten hinsichtlich ihrer Anwendung.
Diese Unsicherheit liegt daran, dass einige Betablocker die Atmung negativ beeinflussen können. Dennoch gibt es gezielte Optionen und Maßnahmen, um die Medikamente auch bei Asthmatikern sicher zu verwenden.
Dieser Artikel zeigt Ihnen, wie Sie Betablocker und Asthma in Einklang bringen können, ohne die Atemwege zu gefährden.

Betablocker und ihre Wirkung auf den Körper
Betablocker wirken, indem sie die Wirkung des Stresshormons Adrenalin blockieren. Dadurch sinken die Herzfrequenz und der Blutdruck, was das Herz entlastet.
Allerdings gibt es verschiedene Arten von Betablockern. Während nicht-selektive Betablocker sowohl die Beta-1- als auch die Beta-2-Rezeptoren im Herzen und den Lungen beeinflussen, wirken kardioselektive Betablocker primär auf das Herz.
Diese Unterscheidung ist entscheidend für Asthmatiker, da nicht-selektive Betablocker Atemnot und Asthmaanfälle auslösen können, wohingegen kardioselektive Betablocker in der Regel sicherer sind.
Praktische Tipps für Asthmatiker
- Kommunikation mit Ihrem Arzt: Stellen Sie sicher, dass Ihr Arzt über Ihre Asthmaerkrankung informiert ist. Dies ist besonders wichtig, um den richtigen Typ von Betablocker zu verschreiben.
- Kardioselektive Betablocker bevorzugen: Medikamente wie Bisoprolol oder Metoprolol zielen auf die Herzrezeptoren ab und haben weniger Einfluss auf die Atemwege. Experten empfehlen diese Präparate bei Asthmatikern.
- Atemwegsüberwachung: Falls Sie Betablocker einnehmen, lassen Sie Ihre Lungenfunktion regelmäßig überprüfen, um sicherzustellen, dass sich Ihre Atemwege nicht verschlechtern.
- Notfallplan bereithalten: Falls Atembeschwerden auftreten, sollten Sie einen klaren Notfallplan mit Ihrem Arzt besprechen und Ihre Asthmamedikamente stets griffbereit haben.
Überraschende Fakten: Betablocker und Asthma
Es mag überraschend klingen, aber es gibt Hinweise, dass Betablocker bei Asthmatikern sogar positive Effekte haben könnten. Studien wie jene von Hanania (2008), veröffentlicht im Fachjournal Pulmonary Pharmacology & Therapeutics, legen nahe, dass eine langfristige Einnahme von Betablockern bei Asthma die Entzündungen in den Atemwegen verringern könnte.
Diese Ergebnisse sind zwar noch nicht umfassend genug für allgemeine Empfehlungen, aber sie deuten darauf hin, dass sich unser Verständnis von Betablockern und Asthma weiterentwickelt.
Wichtige Ratschläge zur Einnahme
- Nicht eigenmächtig absetzen: Setzen Sie Betablocker niemals plötzlich ab, da dies zu einem plötzlichen Anstieg des Herzschlags und des Blutdrucks führen kann. Sprechen Sie stets mit Ihrem Arzt über eine Dosisanpassung.
- Vermeiden Sie Alkohol: Der Konsum von Alkohol kann die Wirkung und Nebenwirkungen von Betablockern verstärken, was das Risiko für Atemprobleme erhöhen kann.

Fazit: Hoffnung für die Zukunft
Es bleibt spannend, welche Rolle Betablocker in der Asthmabehandlung zukünftig spielen könnten. Während sie in der Vergangenheit oft strikt gemieden wurden, zeigen neue Studien positive Ansätze.
Ein Paradigmenwechsel ist nicht ausgeschlossen – kardioselektive Betablocker könnten zukünftig auch in der Asthmatherapie eine Rolle spielen. Doch bis dahin bleibt es wichtig, Betablocker nur unter ärztlicher Aufsicht und mit Bedacht einzusetzen.
