Viele Menschen mit Asthma atmen flach und unruhig – oft, ohne es zu merken. Doch genau diese Atemgewohnheiten können Beschwerden verstärken.
Die Buteyko-Methode verspricht eine sanfte Hilfe: bewusstes Atmen statt Medikamente. Erfahren Sie, was dahintersteckt – und ob das auch für Sie funktionieren kann.

Warum „zu viel“ Atmen bei Asthma ein Problem ist
Asthmatiker neigen häufig zu einer erhöhten Atemfrequenz. Das wirkt auf den ersten Blick harmlos – schließlich ist Luft lebenswichtig. Doch zu schnelles oder tiefes Atmen kann das Atemsystem aus dem Gleichgewicht bringen.
Die Folge: verengte Bronchien, trockene Schleimhäute, erhöhter CO₂-Verlust.
Die Buteyko-Methode setzt genau hier an. Sie zielt darauf ab, das Atemverhalten bewusst zu verlangsamen – mit dem Ziel, die CO₂-Konzentration im Blut zu normalisieren.
Studien zeigen, dass sich durch regelmäßiges Training Symptome wie Kurzatmigkeit oder Engegefühl deutlich verbessern können.
Eine randomisierte kontrollierte Studie von McHugh et al. (2003) zum Beispiel ergab: Asthmapatienten, die über sechs Monate hinweg die Buteyko-Atemtechnik praktizierten, reduzierten ihren Bedarf an bronchienerweiternden Medikamenten um 85 % und an inhalativen Kortikosteroiden um 50 % – ohne negative Auswirkungen auf die Lungenfunktion.
„Ich hatte ständig Angst, keine Luft zu bekommen!“
Sabine, 34, lebt seit ihrer Jugend mit Asthma. „Ich war ständig angespannt – besonders nachts. Schon der Gedanke an einen Anfall hat mir den Atem genommen.“
Nach einem Aufenthalt in einer Reha-Klinik lernte sie die Buteyko-Methode kennen. „Das war mein Wendepunkt. Ich konnte plötzlich wieder durchatmen – nicht nur körperlich, sondern auch mental.“
Was viele nicht wissen: Asthma ist nicht nur ein körperliches, sondern auch ein emotionales Thema. Atemkontrolle kann deshalb doppelt entlasten – körperlich und psychisch.
Wie funktioniert die Buteyko-Methode genau?
Die Technik basiert auf dem Prinzip der sogenannten reduzierten Atmung. Konkret heißt das:
- langsamer und flacher atmen
- durch die Nase statt durch den Mund
- Atempausen gezielt verlängern
Eine zentrale Übung: die „Kontrollpause“. Dabei atmen Sie normal aus, halten die Luft an und stoppen die Zeit, bis der erste Atemimpuls kommt. Ziel ist es, diese Pause schrittweise zu verlängern – ein Hinweis auf eine verbesserte CO₂-Toleranz.
Eine randomisierte kontrollierte Studie von Cooper et al. (2003) zeigte, dass regelmäßige Buteyko-Atemübungen bei Asthmapatienten die Lebensqualität verbessern und den Bedarf an bronchienerweiternden Medikamenten verringern können – ohne die Lungenfunktion direkt zu beeinflussen.
Alltagstauglich? So integrieren Sie die Methode in Ihr Leben!
Sie brauchen keine Geräte, keine App, keine Vorkenntnisse. Nur ein ruhiger Moment am Tag – zum Beispiel morgens nach dem Aufstehen oder abends vor dem Schlafen.
So könnte eine kurze Routine aussehen:
| Uhrzeit | Übung | Dauer |
| 7:30 Uhr | Nasenatmung bewusst vertiefen | 2 Minuten |
| 7:35 Uhr | Kontrollpause messen | 1 Minute |
| 7:40 Uhr | Reduzierte Atmung üben | 5 Minuten |
Diese acht Minuten täglich können helfen, Ihre Atemgewohnheiten langfristig umzustellen.
Was sagen Mediziner zur Buteyko-Methode?
Die Buteyko-Methode ist kein Ersatz für eine ärztlich verordnete Therapie – aber eine wirksame Ergänzung. Die Deutsche Atemwegsliga sieht sie als potenziell unterstützend bei mildem bis moderatem Asthma.
Wichtig: Beginnen Sie das Training nur, wenn Ihr Asthma gut eingestellt ist. Bei akuten Beschwerden sollten Sie keine Atempausen erzwingen.
Gut zu wissen: In Australien ist Buteyko bereits Teil einiger Gesundheitsprogramme – insbesondere für Kinder mit Asthma.
Was belegt der aktuelle Forschungsstand?
- Bowler et al. (1998): Teilnehmer der Buteyko-Gruppe reduzierten ihren Bedarf an β2-Sympathomimetika signifikant – ohne Verschlechterung der Lungenfunktion.
- Cooper et al. (2003): Verbesserte Lebensqualität bei gleichbleibender Peak-Flow-Messung.
- McHugh et al. (2003): Deutliche Reduktion der Symptomschwere im Vergleich zur Kontrollgruppe.
Die Ergebnisse zeigen: Wer Buteyko richtig anwendet, kann den Alltag mit Asthma deutlich erleichtern – ganz ohne Nebenwirkungen.
Wie erkenne ich, ob mir die Methode hilft?
Haben Sie das schon einmal erlebt? Sie atmen tief ein, und trotzdem bleibt das Gefühl, keine Luft zu bekommen? Dann könnte Ihr Atemmuster aus dem Gleichgewicht geraten sein.
Ein guter Indikator ist die Kontrollpause: Je länger Sie entspannt ohne Atemreiz bleiben können, desto stabiler ist Ihre Atemfunktion.

Fazit: Kleine Atempausen, große Wirkung
Die Buteyko-Methode bietet eine einfache Möglichkeit, mit Asthma besser umzugehen.
Nicht als Ersatz, sondern als Ergänzung zur ärztlichen Behandlung. Wer regelmäßig übt, stärkt nicht nur seine Atemkontrolle, sondern auch das Vertrauen in den eigenen Körper.
Und genau das macht den Alltag mit Asthma leichter.
