- Wie digitale Überlastung durch ständigen Gebrauch digitaler Geräte zu negativen psychischen und physischen Effekten führt
- Dass Erwachsene durchschnittlich 11 Stunden pro Tag vor Bildschirmen verbringen, was gesundheitliche Langzeitrisiken birgt
- Wie exzessive Bildschirmzeit soziale, psychische und berufliche Probleme sowie Depressionen verursacht
- Vorstellung von 4 effektiven Werkzeugen für Ihr digitales Detox

Was ist digitale Überlastung?
Seit der Pandemie sind die Grenzen zwischen dem Online- und Offline-Leben noch mehr verschwommen, da die sich die Abhängigkeit von digitalen Technologien für Bürokratie, Arbeit, Bildung und Kommunikation verstärkt hat. Obwohl uns diese Veränderung vielen ermöglicht hat, ihren Alltag flexibler und effizienter zu gestalten, hat die digitale Revolution auch Schattenseiten. Das erhöhte Maß an Konnektivität birgt die Gefahr der digitalen Überlastung.
Dabei handelt es sich um einen Zustand, in dem die konstante Nutzung digitaler Geräte und Medien zu negativen psychischen und körperlichen Auswirkungen führt. Die Symptome der digitalen Überlastung sind vielfältig und können von Person zu Person unterschiedlich sein. Sie umfassen unter anderem:
- Angst
- Größere Fehlertoleranz
- Ineffiziente Arbeit
- Mangelnde kritische Bewertung von Informationen
- Stress
- Überforderung
- Verlust der Kontrolle über Informationen
- Verweigerung von Kommunikation
- Verwirrung
- Verzögerung von Entscheidungen

11 Stunden sind normal. Wie belastet sind Sie?
Es gibt kaum anerkannte, quantifizierbare Empfehlungen zur Prävention einer digitalen Überlastung. Für Kinder empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation folgendes:
- Kinder im Alter von bis zu einem Jahr sollten keine sitzende Bildschirmzeit haben.
- Von 2 bis 4 Jahren wird empfohlen, die sitzende Bildschirmzeit auf nicht mehr als 60 Minuten pro Tag zu beschränken.
Für Erwachsene existieren solche klaren Richtlinien hinsichtlich der Bildschirmzeit nicht, was die individuelle Natur des Problems unterstreicht. Es gibt jedoch Durchschnittswerte, die unglaublich erscheinen. Erwachsene verbringen im Schnitt etwa 11 Stunden täglich vor Bildschirmen!
Diese Zahl verdeutlicht, wie tief verwurzelt digitale Geräte in unserem Alltag sind und wirft Fragen auf bezüglich der langfristigen Auswirkungen auf unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden.

- Erektionsstörungen
- STI Tests
- Asthma
- Übergewicht
- Bluthochdruck
- und viele mehr

Weitere interessante Studien zum Thema
- Bereits 1998 stellte man in einer Studie fest, dass Internetkonsum von 38 Stunden oder mehr Online-Aktivität (exklusive Nutzung in der Arbeit oder Schule nicht mitgerechnet) mit bedeutenden sozialen, psychologischen und beruflichen Beeinträchtigungen verbunden war, wie zum Beispiele. Schlechte Leistungen in der Schule, Beziehungsprobleme oder schlechte Arbeitsleistung.
- Eine ähnliche Studie von 2017 ergab, dass Erwachsene, die mehr als 6 Stunden pro Tag den Fernseher oder Computer benutzten, eher an einer mittelschweren bis schweren Depression leiden. Wichtig: Dies sagt nichts über die Kausalität aus. Eventuell sind depressive mehr dazu geneigt, ins Rechteck zu starren.
- 2018 zeigte eine Studie, dass Studenten, die ihre Nutzung von Social Media auf 30 Minuten pro Tag senkten, ihr allgemeines Wohlbefinden deutlich verbessern konnten.

4 Tipps, um dem leuchtenden Rechteck den Kampf ansagen
Ähnlich wie bei einer Ernährungsumstellung geht es auch bei dem digitalen Detox darum, kleine erreichbare Ziele zu setzen, die man längerfristig beibehält und später erweitern kann.
1. Realistische, quantifizierbare Ziele setzen
Definieren Sie klare, messbare Ziele für Ihre Bildschirmzeit. Wenn Sie beispielsweise durchschnittlich 5 Stunden täglich am Smartphone verbringen, starten Sie mit dem Ziel, diese Zeit zunächst um 30 Minuten zu reduzieren.
2. Neue Offline-Aktivitäten finden
Das Einbinden neuer Interessen oder Hobbys in Ihren Alltag kann nicht nur die Zeit reduzieren, die Sie online verbringen, sondern auch Ihr allgemeines Wohlbefinden steigern. Interessanterweise untermauern wissenschaftliche Erkenntnisse die Effektivität dieses Ansatzes: Eine Studie zeigte, dass Teilnehmer mit zielorientierten (approach-oriented) Absichten signifikant erfolgreicher waren als jene mit vermeidungsorientierten (avoidance-oriented) Zielen (58,9 % im Vergleich zu 47,1 %).
3. Diese Apps unterstützen Sie
Es gibt hunderte Apps, mit denen man einen sogenannten Screen Time Report erstellen kann. Doch in Handys mit neueren Android- und iOS-Versionen ist diese Funktion bereits integriert.
Für Android-Geräte (ab Android 9):
Suchen Sie in den Einstellungen nach Digital Wellbeing. Hier können Sie Ihre gesamte Handy-Nutzungszeit sowie die Nutzungsdauer einzelner Apps einsehen.
Für iOS-Geräte:
- Suchen Sie in den Einstellungen nach „Bildschirmzeit“.
- Eventuell muss diese Funktion erst aktiviert werden.
- Nach Aktivierung erhalten einen Überblick über Ihre tägliche Durchschnittsnutzung und Details zu den meistgenutzten Apps, sowie den am häufigsten besuchten Webseiten.
Praktischer Smartwatch „Hack“:
Durch die Nutzung einer Smartwatch können Sie wichtige Benachrichtigungen erhalten, ohne ständig zum Smartphone greifen zu müssen. Legen Sie fest, welche Benachrichtigungen Sie wirklich benötigen, und minimieren Sie so die Ablenkung durch Ihr Telefon.
So lässt sich verhindern, dass ein harmloser Anruf von der Großtante in einer YouTube-Playlist mit Skateboard-fahrenden Chihuahuas endet.
4. Elektrofreie Zonen etablieren
Schaffen Sie elektronikfreie Zonen zu Hause, wie das Schlafzimmer und den Essbereich, um Schlafqualität und familiären Austausch zu fördern. Dies unterstützt direkte Interaktionen und hilft, Fehlassoziationen zu vermeiden.

Fazit
Let’s face it! Ob in der Arbeit, in der Schule oder sogar im Flugzeug. Die digitale Welt ist nicht mehr wegzudenken. Sie hat unser Leben auch aus zwischenmenschlicher Perspektive in vielen Aspekten verbessert. Denn eine Fernbeziehung zu führen oder der informative Austausch mit gleichgesinnten war noch nie so einfach!
Doch es ist leicht, sich in der endlosen Weite des digitalen Universums zu verlieren. Wir dürfen nicht vergessen, dass das wahre Leben jenseits des Bildschirmrandes auf uns wartet.
Betrachten Sie das digitale Detox daher nicht als Einschnitt in unseren Lebensstil, sondern als Bereicherung und Chance für mehr Zeit für Momente, die uns wirklich prägen.