Sommerzeit ist Reisezeit – und damit auch die Hochsaison für Infektionen, die im Urlaub leicht übersehen werden. Durch ungewohntes Essen, fremde Keime und neue Klimabedingungen reagieren viele Körper empfindlicher als gedacht.
Wenn Sie gesundheitlich vorbelastet sind, kann eine einfache Magenverstimmung schnell zum Problem werden.
Lesen Sie, wie Sie sich vor den häufigsten Reisekrankheiten im Sommer schützen.

Warum Durchfall nicht harmlos ist – vor allem bei Vorerkrankungen
Reisedurchfall gehört zu den häufigsten Urlaubsinfekten weltweit. Auslöser sind meist Bakterien wie E. coli, die über verunreinigtes Wasser, Salate oder Eiswürfel aufgenommen werden.
Für Menschen mit chronischen Erkrankungen wie Diabetes, Reizdarm oder geschwächtem Immunsystem kann so ein Infekt belastend sein – Flüssigkeitsverlust und Elektrolytstörungen bringen schnell das Gleichgewicht durcheinander.
Laut WHO (2023) sind bis zu 40 % aller Fernreisenden von Durchfall betroffen – oft innerhalb der ersten drei Urlaubstage. Wer nicht vorbereitet ist, riskiert einen gestörten Urlaub oder sogar Komplikationen.
Daher lohnt es sich, Elektrolytlösungen, Desinfektionsmittel und eine kleine Reiseapotheke dabeizuhaben
Wussten Sie, dass Zecken auch in Südeuropa gefährlich werden?
Zecken übertragen nicht nur hierzulande Krankheiten wie FSME oder Borreliose. Auch in südlichen Urlaubsländern steigt das Risiko – etwa durch die mediterrane Hyalomma-Zecke, die in Teilen Spaniens und Griechenlands vorkommt. Das Problem: Diese Art überträgt auch das gefährliche Krim-Kongo-Fieber.
Besonders gefährdet sind Menschen mit geschwächtem Immunsystem, ältere Reisende oder Kinder. In Risikogebieten helfen lange Kleidung, Anti-Zecken-Sprays mit DEET und tägliche Hautkontrollen.
Wer nach dem Urlaub Fieber, Kopfschmerzen oder Schwellungen bemerkt, sollte das ärztlich abklären lassen – auch wenn der Mücken- oder Zeckenstich längst vergessen scheint.
Wenn aus dem Fernweh eine Virusinfektion wird
Tropenkrankheiten wie Dengue oder Zika sind nicht nur Themen für Abenteurer – auch klassische Strandurlaube in Südostasien, Südamerika oder der Karibik bringen ein Infektionsrisiko mit sich.
Denn viele dieser Krankheiten werden durch tagaktive Stechmücken übertragen. Eine Impfung gibt es nur für wenige – etwa Gelbfieber oder Japanische Enzephalitis.
Laut dem Centrum für Reisemedizin (CRM, 2024) wurden allein im letzten Jahr über 12.000 Dengue-Fälle bei deutschen Reiserückkehrer:innen dokumentiert. Die Symptome: hohes Fieber, Muskel- und Gelenkschmerzen, Hautausschläge – oft ähnlich einer starken Grippe, aber gefährlicher bei Vorerkrankungen oder Menschen mit geschwächter Abwehr.
Welche typischen Fehler Reisende bei Lebensmitteln machen
Anna, 37, hat Typ-1-Diabetes. Im Türkeiurlaub griff sie ohne Bedenken zum Hotelfrühstücksbuffet – Melonen, Eiswürfel, Rührei. Zwei Tage später: Fieber, Bauchkrämpfe, Insulinbedarf kaum kontrollierbar. Ihre Reiserücktrittsversicherung sprang ein, doch der Urlaub war gelaufen. Ihr Fazit: „Ich dachte, ich wäre vorsichtig. Heute achte ich doppelt.“
Solche Situationen sind nicht selten. Offenes Buffet, lauwarme Speisen oder Eis aus Leitungswasser – das Risiko liegt im Detail. Wer gesundheitlich empfindlich reagiert, sollte auf durchgegarte Speisen achten, Salate und rohe Meeresfrüchte meiden und nur abgepacktes Wasser trinken.
| Lebensmittel | Risiko im Ausland | Empfehlung |
| Leitungswasser | Bakterien, Parasiten | Nur abgekochtes oder abgefülltes Wasser |
| Rohe Meeresfrüchte | Noroviren, Hepatitis A | Meiden, besonders bei Lebererkrankungen |
| Salate & Eiswürfel | Kontaminierte Waschlauge | Nur in vertrauenswürdigen Restaurants |
| Straßenimbiss | Unsichere Lagerung/Hitze | Heiß servierte Speisen bevorzugen |
Warum Ihr Kreislauf schneller schlappmacht, als Sie denken
Nicht nur Keime, auch extreme Temperaturen bringen den Körper an seine Grenzen. Wer unter Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes leidet, sollte Hitze nicht unterschätzen. Schwitzen, Flüssigkeitsverlust und ungewohnte Belastung können Kreislaufprobleme verstärken.
Eine Erhebung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (2023) zeigt, dass bei Temperaturen über 30 °C die Krankenhausaufnahmen wegen Herzproblemen um 20 % steigen.
Deshalb gilt: Schatten suchen, viel trinken, Medikamente richtig lagern – und bei Symptomen wie Schwindel, Übelkeit oder Herzrasen frühzeitig pausieren.
Wie Sie sich gezielt vorbereiten können
Viele Krankheiten lassen sich durch einfache Maßnahmen vermeiden – vorausgesetzt, Sie kennen Ihre eigenen Risiken. Vor Reisebeginn lohnt sich ein Gespräch mit der Hausärztin oder einem Tropeninstitut. Hier können Impfungen geprüft, Medikamente angepasst und Notfallpläne erstellt werden.
Die WHO (2023) empfiehlt für alle Reisen in tropische Länder eine Checkliste: Impfstatus klären, Reiseapotheke zusammenstellen, Informationsmaterial mitnehmen.
Besonders wichtig: Chronisch kranke Menschen sollten ärztliche Atteste mitführen – inklusive Medikamentenliste auf Englisch – falls es im Ausland zu Rückfragen kommt.

Fazit
Reisen ist Erholung – wenn Sie gut vorbereitet sind. Wer chronische Erkrankungen hat, sollte sich nicht verunsichern lassen, sondern aktiv schützen. So wird der Urlaub nicht zur Belastung, sondern zur echten Pause vom Alltag.
Mit dem richtigen Wissen bleibt das Risiko überschaubar – und die Freude am Entdecken ungetrübt.
