Ein Sommerurlaub ist auch für Menschen, die unter Asthma leiden, problemlos möglich. Es sollte jedoch etwas mehr Vorbereitung dafür stattfinden. Hitze, Pollenflug, trockene Luft oder auch eine hohe Luftfeuchtigkeit können typische Auslöser für Asthma-Beschwerden sein.
Vor allem bei Reisen in Regionen mit ungewohntem Klima oder erhöhter Ozonbelastung ist Vorsicht geboten. Auch Aktivitäten wie Wandern, Baden oder Städtereisen bei hohen Temperaturen können den Kreislauf und die Lunge zusätzlich fordern.
Wichtig ist daher, seine persönlichen Asthma-Trigger zu kennen und die Reiseroute sowie geplante Aktivitäten entsprechend anzupassen. Wer vorbereitet ist und Vorsorge betreibt, kann auch mit Asthma eine entspannte und sichere Sommerreise genießen.

Asthmafreundlich reisen: Aktivitäten, Klima und lokale Gegebenheiten beachten
Für Menschen mit Asthma kann das Urlaubsvergnügen durch ungeeignete Aktivitäten oder klimatische Bedingungen schnell getrübt werden. Damit Sie den Sommerurlaub unbeschwert genießen können, lohnt sich eine vorausschauende Planung vor Ort.
- Klimazone prüfen: Heiße, feuchte oder besonders trockene Regionen können die Atemwege zusätzlich belasten. Wer empfindlich auf Ozon oder hohe Temperaturen reagiert, sollte besser kühlere oder küstennahe Reiseziele wählen.
- Höhenlage bedenken: Urlaubsorte in großer Höhe (ab ca. 1.500 m) können durch den niedrigeren Sauerstoffgehalt Atemprobleme verursachen.
- Aktivitäten sinnvoll wählen: Ausgiebige Wanderungen oder Sport in der Mittagshitze sollten vermieden werden. Besser morgens oder am Abend aktiv sein, wenn die Luftbelastung geringer ist. Besonders bei Sportarten wie Tauchen ist für Asthmatiker Vorsicht geboten.
- Auf Pollenflug achten: Gerade im Sommer ist in vielen Regionen mit einer hohen Pollenkonzentration zu rechnen. Wer pollenbedingt unter Asthma leidet, sollte sich vorab über die Belastung am Reiseziel informieren – z. B. mit einer Pollenflug-App oder auf lokalen Wetterportalen.
- Meeresluft kann hilfreich sein: Für viele Asthmatiker wirkt das Reizklima am Meer und die klare Luft in den Bergen lindernd. Die salzhaltige Luft kann die Schleimhäute befeuchten und das Durchatmen erleichtern.
„Patienten mit einer eingeschränkten Lungenfunktion bzw. einer Sauerstofftherapie sollten bedenken, dass sich ihr Krankheitszustand in dieser Höhe verschlechtern kann. Je höher man kommt, desto wahrscheinlicher wird eine Beeinträchtigung“, erklärt Lungenfacharzt Prof. Jürgen Behr. Die individuelle Reaktion sei aber bei jedem Einzelnen unterschiedlich und lasse sich pauschal nicht festlegen.
Diese Dinge sollten bei Asthma nicht in der Reiseapotheke fehlen
Eine gut ausgestattete Reise- und Notfallapotheke ist für Menschen mit Asthma unerlässlich. Sie hilft nicht nur bei akuten Beschwerden, sondern gibt Ihnen auch ein sicheres Gefühl unterwegs. Wichtig ist, alle notwendigen Medikamente in ausreichender Menge mitzunehmen – am besten mit etwas Reserve für unerwartete Situationen.
Das sollte in der Reiseapotheke nicht fehlen:
- Dauertherapie-Medikamente wie Kortison-Inhalatoren (z. B. mit Budesonid oder Fluticason)
- Bedarfsmedikamente wie bronchienerweiternde Notfallsprays (z. B. mit Salbutamol)
- Asthma-Notfallplan in schriftlicher Form, ggf. in englischer Übersetzung
- Spacer (Inhalierhilfe), falls Sie diesen verwenden
- Peakflow-Meter zum Testen der Lungenfunktion
- Asthma-Tagebuch, um Unterschiede im Befinden frühzeitig festzustellen und zu dokumentieren
- Allergiemittel wie Antihistaminika – besonders bei allergischem Asthma
- Medikamentenliste und ärztliches Attest, z. B. für Flughafenkontrollen
- Notfallkarte oder Armband, das auf Ihre Erkrankung hinweist
Tipp: Bewahren Sie die wichtigsten Medikamente immer im Handgepäck auf – insbesondere bei Flugreisen. So sind sie jederzeit griffbereit, auch wenn das Hauptgepäck verspätet ankommt.
Vermeiden Sie Reizstoffe im Urlaub und schützen Sie Ihre Atemwege
Im Urlaub lauern viele potenzielle Auslöser für Asthma-Beschwerden – sei es durch Pollen, Rauch, starke Sonneneinstrahlung oder ungewohnte klimatische Bedingungen. Eine gute Vorbereitung hilft, Reizstoffe zu meiden und die Atemwege bestmöglich zu schützen.
Darauf sollten Sie achten:
- Klimaanlagen und trockene Luft können die Schleimhäute reizen. Verwenden Sie ggf. eine Nasensalbe oder ein feuchtigkeitsspendendes Nasenspray.
- Raucherbereiche vermeiden – ob im Hotel, Restaurant oder am Strand.
- Starke Temperaturunterschiede, etwa bei klimatisierten Räumen und draußen, können Anfälle begünstigen – tragen Sie bei Bedarf einen leichten Schal vor Mund und Nase.
- Duftstoffe und Reinigungsmittel in Hotelzimmern können die Atemwege reizen. Fragen Sie beim Check-in nach duftstofffreien Alternativen oder lüften Sie gut durch.
Nicht zuletzt gilt: Hören Sie auf Ihr Körpergefühl. Wenn Sie merken, dass Ihre Atemwege empfindlich auf die Umgebung reagieren, ziehen Sie sich zurück und erholen sich in reizarmen Räumen.
So lagern und transportieren Sie Asthma-Medikamente richtig
Damit Sie im Notfall gut versorgt sind, ist es besonders wichtig, Ihre Asthma-Medikamente sicher mitzuführen und korrekt zu lagern – vor allem bei Hitze und langen Reisen.
Das sollten Sie beachten:
- Notwendige Medikamente immer ins Handgepäck – auch auf Flugreisen. So sind Sie jederzeit griffbereit, falls es zu einem Anfall kommt.
- Hitzeschutz: Viele Asthma-Sprays und -Tabletten sind temperaturempfindlich. Verwenden Sie bei hohen Temperaturen eine isolierende Medikamententasche oder eine kleine Kühltasche ohne Eis.
- Packen Sie Ersatz ein: Führen Sie mindestens ein zweites Inhalationsspray mit, besonders bei längeren Reisen oder Ausflügen.
- Rezept oder ärztliche Bescheinigung mitnehmen – wichtig bei Flugreisen oder wenn Sie Medikamente im Ausland nachkaufen müssen.
- Kennzeichnung und Originalverpackung behalten, um Probleme an Zollkontrollen zu vermeiden.
Tipp: Wenn Sie mit dem Flugzeug reisen, informieren Sie sich bei der Airline über spezielle Regelungen für Medikamente und Flüssigkeiten. Bei längeren Aufenthalten im Ausland empfiehlt sich außerdem ein internationaler Medikamentenpass.
Verschiedene Asthma-Auslöser am Urlaubsort erkennen und vermeiden
Jeder Urlaubsort bringt eigene potenzielle Asthma-Auslöser mit sich – sei es durch Klima, Pollenbelastung, Luftqualität oder regionale Besonderheiten. Wer seine individuellen Trigger kennt, kann besser vorsorgen und unbeschwert reisen.
Häufige Auslöser und wie Sie vorbeugen können:
- Pollenflug: In vielen Regionen Europas beginnt der Pollenflug früher oder fällt intensiver aus als zu Hause. Prüfen Sie vorab den Pollenflugkalender für Ihr Reiseziel und packen Sie ggf. Antihistaminika ein.
- Luftverschmutzung: Besonders in Großstädten oder stark befahrenen Gegenden kann die Luftqualität schlecht sein. Eine App zur Luftqualitätsmessung hilft, belastete Gebiete zu meiden.
- Tierhaare oder Schimmel: In Ferienunterkünften können Haustiere oder feuchte Räume Allergien auslösen. Fragen Sie vor der Buchung gezielt nach und lüften Sie bei Ankunft gründlich.
Nicht vergessen: Eine gute Reise beginnt mit der passenden Vorbereitung. Wer mögliche Risiken kennt, kann gezielt gegensteuern und den Urlaub trotz Asthma genießen.
Im Notfall Ruhe bewahren und richtig handeln
Auch bei bester Vorbereitung kann es im Urlaub zu einem Asthma-Anfall kommen. Umso wichtiger ist es, auf den Ernstfall vorbereitet zu sein. Prof. Adrian Gillissen, Pneumologe am Klinikum Stuttgart, betont: „Die Patienten sollen mit ihren Angehörigen die Notfallsituation durchgehen, damit jeder weiß, was er dann zu tun hat. Sie sollten in der Lage sein, Warnsymptome für Notfallsituationen zu erkennen – wenn die Luft knapp wird, das Sprechen und Gehen immer schwerer fällt, sich Husten oder Auswurf verschlimmern, Lippen oder Finger blau anlaufen, das Herz schneller oder sogar unregelmäßig schlägt oder Medikamente nicht mehr wirken.“
Das hilft im Notfall:
- Sofort das Notfallspray anwenden (z. B. Salbutamol) – es sollte immer griffbereit sein.
- In aufrechter Position bleiben, möglichst ruhig atmen.
- Lippenbremse anwenden: Durch die leicht geschlossenen Lippen langsam ausatmen – das verhindert ein Kollabieren der Atemwege und kann die Atmung deutlich erleichtern.
- Umstehende informieren, dass es sich um Asthma handelt – ggf. um Hilfe bitten und Notfallkarte aushändigen.
- Notruf wählen, wenn keine Besserung eintritt oder kein Spray vorhanden ist.
Wer weiß, was im Ernstfall zu tun ist, kann in einer akuten Situation schneller reagieren – und sich selbst oder Angehörige besser schützen.

Fazit – Gut vorbereitet und entspannt mit Asthma reisen
Auch mit Asthma können Sie unbesorgt in den Sommerurlaub starten – vorausgesetzt, Ihre Reise ist gut vorbereitet.
Wer seine Medikamente sorgfältig plant, wichtige Dokumente griffbereit hält und sich mit dem richtigen Verhalten im Notfall vertraut macht, kann auch fernab der Heimat sicher durchatmen.
Mit ein wenig Organisation und realistischen Erwartungen wird der Urlaub zur wohltuenden Auszeit – trotz chronischer Erkrankung.
