Verhütungspannen: Warum die Pille manchmal versagt und was Sie tun können

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Frauenhände, die eine Blisterverpackung mit der Pille halten
Das Redaktionsteam des DoktorABC Wellness Hubs

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Die Antibabypille zählt nach wie vor zu den zuverlässigsten Verhütungsmitteln. Die Wirksamkeit kann allerdings von verschiedenen Faktoren eingeschränkt werden.
Junge Frau, der es über einer Toilettenschüssel übel ist

Schwanger trotz Pille – ist das möglich?

Die Verhütungspille oder auch Antibabypille ist ein hormonhaltiges Medikament, das – je nach Zusammensetzung – den Eisprung sowie das Einnisten von befruchteten Eizellen in der Gebärmutter verhindert.

Wird die im Volksmund auch kurz Pille genannte Tablette vorschriftsmäßig und regelmäßig eingenommen, besteht laut Pearl-Index der Sicherheitsfaktor 0,1 bis 0,9. Das bedeutet, von 1.000 Frauen, die auf diese Weise verhüten, werden eine bis neun innerhalb eines Jahres schwanger.

Das Risiko erhöht sich übrigens nicht in der einwöchigen Pillenpause eines jeden Zyklus. (Quelle: profamilia.de)

Sie ist deshalb im Vergleich zu anderen Verhütungsmethoden nach wie vor eines der sichersten Verhütungsmittel. Ähnlich gut schneidet sonst nur eine Hormonspirale oder die Sterilisation des Mannes ab. Die einzige Methode, die noch bessere Ergebnisse erzielt, ist ein Hormonimplantat. (Quelle: profamilia.de)

Es gibt allerdings einige Faktoren, die dazu führen können, dass die Antibabypille an Wirksamkeit einbüßt. In solchen Fällen erhöht sich die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft erheblich.

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Pille vergessen oder verspätet eingenommen

Am häufigsten kommt es vor, dass die Einnahme vergessen und zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt wurde, oder ganz entfällt. Heutige Pillenpräparate kommen mit geringen Dosierungen aus, was das Auftreten von Nebenwirkungen reduziert.

Im Gegenzug muss das Medikament immer zum gleichen Zeitpunkt am Tag eingenommen werden, damit voller Schutz gewährleistet werden kann. Besonders bei vielen sogenannten Minipillen darf die Abweichung nicht mehr als drei Stunden betragen.

Tabletten mit Desogestrel können dagegen auch mit bis zu 12-stündiger Verspätung eingenommen werden, ohne dass die Wirkung beeinträchtigt wird. (Quelle: tk.de)

Falls die Einnahme zum gewohnten Zeitpunkt ausgeblieben ist, wird empfohlen, die Tablette auf jeden Fall später einzunehmen. Damit senkt sich das Risiko, Zwischenblutungen zu bekommen.

Ist die Pille während der ersten sieben Tage der Pillenpause vergessen worden, sollten eine Woche lang zusätzliche Verhütungsmaßnahmen verwendet werden, zum Beispiel Kondome.

Das Weglassen in der zweiten Einnahmewoche ist relativ unproblematisch, während in der dritten Woche die Gefahr einer ungewollten Schwangerschaft besteht. Hier wird empfohlen, die Pause entweder vorzuziehen oder die Pille ohne Pause durchzunehmen, damit kein Eisprung stattfinden kann.

Bei mehrfachen Unterbrechungen der Hormonzufuhr innerhalb eines Zyklus sollte ebenfalls zusätzlich anderweitig verhütet werden, um eine Befruchtung zu vermeiden. Eventuell kann erwogen werden, die „Pille danach“ zu verwenden. (Quelle: frauenaerzte-im-netz.de)

Erbrechen oder Durchfall können die Wirksamkeit beeinträchtigen

Die Verhütungspille wird oral eingenommen und benötigt eine gewisse Zeit, um im Körper die gewünschte Wirkung zu entfalten. Dieser Zeitraum wird im Allgemeinen mit vier Stunden angegeben.

Treten innerhalb dieser Zeit nach der Einnahme Erbrechen oder Durchfall, etwa ausgelöst von einer Magen-Darm-Grippe, auf, kann es sein, dass die Wirkstoffe der Pille noch nicht vollständig aufgenommen wurden. Es empfiehlt sich, eine weitere Pille einzunehmen, um den Schutz vor Empfängnis aufrechtzuerhalten.

Liegt die Pilleneinnahme zum Zeitpunkt des Durchfalls oder Erbrechens länger als vier Stunden zurück, gibt es keinen Grund zur Sorge. Hält die Magen-Darm-Verstimmung allerdings länger an, ist die Pille mutmaßlich nicht mehr voll wirksam.

Zusätzliche Verhütungsmittel sind in diesem Fall bis zum Ende des Zyklus angezeigt. (Quelle: deutschesapothekenportal.de)

Arzt, der Patientin eine Packung Tabletten überreicht

Der Einfluss anderer Medikamente auf die Pille

Selbst wenn die Pille nicht vom Körper ausgeschieden wird, kann sich die Wirksamkeit verringern. Das ist beispielsweise dann der Fall, wenn gleichzeitig bestimmte Medikamente eingenommen werden. Es kann dazu kommen, dass sich die Wirkstoffe gegenseitig hemmen oder dass die Aufnahme der Hormone nicht in ausreichender Form stattfinden kann.

Müssen solche Mittel kurzfristig eingenommen werden, sollte für Zusatzverhütung gesorgt werden. Bei längerer Einnahme empfiehlt es sich, auf andere empfängnisverhütende Maßnahmen auszuweichen.

Vorsicht ist bei diesen Medikamenten geboten:

  • Antibiotika
  • Antiepileptika
  • Antimykotika (gegen Pilzinfektionen)
  • Johanniskraut
  • Mittel gegen Tuberkulose, HIV-Infektionen oder AIDS
  • Aktivkohle gegen Durchfall und Vergiftungen

(Quelle: familienplanung.de)

Frau, die nachdenklich und appetitlos vor einem Teller sitzt

Chronische Erkrankungen und Essstörungen

Bestimmte dauerhafte Erkrankungen stehen ebenfalls im Verdacht, sich negativ auf die Wirksamkeit der Antibabypille auszuwirken. Dazu zählen beispielsweise Darmkrankheiten, wie Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn.

Aufgrund von Entzündungsreaktionen im Darm ist hier manchmal nicht garantiert, dass die Wirkstoffe der Pille vollständig aufgenommen werden können. Das hängt aber stark vom individuellen Fall ab und ist im Einzelfall zu besprechen.

Gegebenenfalls kann auf ein Hormonimplantat oder andere Verhütungsmethoden ausgewichen werden, die nicht geschluckt werden müssen. (Quelle: pharmazeutische-zeitung.de)

Schwierig ist orale Verhütung auch für Frauen, die an einer Essstörung leiden. Massives Untergewicht oder Ess-Brech-Sucht können die Ursache dafür sein, dass der vorgesehene Hormonspiegel im Blut nicht erreicht werden kann und die Zuverlässigkeit der Pille davon in Mitleidenschaft gezogen wird.

Hier sind ebenfalls nicht-orale Verhütungsmethoden besser geeignet. (Quelle: profamilia.de)

Pille danach – trotzdem schwanger?

Das Wirkprinzip der Pille danach besteht darin, dass nach erfolgtem ungeschützten Geschlechtsverkehr der Eisprung um etwa fünf Tage verzögert wird, damit keine Eizelle befruchtet werden kann.

Damit kann eine Schwangerschaft in vielen Fällen verhindert werden, wenn zum Beispiel die Pille vergessen worden ist, das Kondom gerissen ist oder gar keine Verhütung zum Einsatz kam.

Die Pille danach hat aber auch Grenzen. Je nach Wirkstoff kann eine nachträgliche Verhütung nur drei beziehungsweise fünf Tage nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr stattfinden. Je länger dieser zurückliegt, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich doch eine Schwangerschaft einstellt.

Deswegen sollte die Pille danach so schnell wie möglich eingenommen werden. Zudem wirken manche Pillen danach nicht mehr, wenn der Eisprung unmittelbar bevorsteht. Bei bereits erfolgtem Eisprung wirkt die Pille danach grundsätzlich nicht mehr. (Quelle: frauenaerzte-im-netz.de)

Schwangere Frau mit einem Glas Wasser und einer Tablette in der Hand

Anzeichen einer Schwangerschaft trotz Pille

Sollte die Pille versagt haben, und eine Schwangerschaft besteht, sind die Anzeichen dafür nicht anders als bei einer geplanten Schwangerschaft. Dazu zählen unter anderem:

  • ausbleibende Monatsblutung oder Schmierblutungen
  • Übelkeit oder Schwindel
  • Brustziehen oder Krämpfe im Unterleib
  • erhöhte Empfindlichkeit gegen bestimmte Gerüche
  • Harndrang, Verstopfung oder Blähungen

(Quelle: aok.de)

Viele dieser Symptome können allerdings auch durch die Pille selbst ausgelöst werden. Zur Sicherheit sollte ein Schwangerschaftstest durchgeführt werden. Fällt dieser positiv aus, ist das weitere Vorgehen mit einem Gynäkologen oder einer Gynäkologin zu besprechen.

Beratungsstellen können über die Möglichkeiten eines Schwangerschaftsabbruchs informieren. (Quelle: profamilia.de)

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  1. https://www.profamilia.de/themen/verhuetung/pearl-index
  2. https://www.tk.de/techniker/gesundheit-und-medizin/behandlungen-und-medizin/arzneimittel-medizinische-hintergruende/pille/pille-vergessen-2066584
  3. https://www.frauenaerzte-im-netz.de/familienplanung-verhuetung/pille-anti-baby-pille/pille-vergessen-und-jetzt/
  4. https://www.deutschesapothekenportal.de/download/public/patienteninformationen/dap_patienteninformation_mikropille.pdf
  5. https://www.familienplanung.de/verhuetung/verhuetungspannen/haeufige-anwendungsfehler/
  6. https://www.pharmazeutische-zeitung.de/verhuetung-und-kinderwunsch-127425/seite/7/
  7. https://www.profamilia.de/fileadmin/dateien/fachpersonal/01-01-pille.pdf
  8. https://www.frauenaerzte-im-netz.de/familienplanung-verhuetung/die-pille-danach-notfallverhuetung/
  9. https://www.aok.de/pk/magazin/familie/schwangerschaft/diese-anzeichen-sprechen-fuer-eine-schwangerschaft/
  10. https://www.profamilia.de/themen/schwangerschaftsabbruch

Dieser Artikel enthält keine medizinischen Ratschläge und ersetzt auch nicht eine ärztliche Beratung. Er dient ausschließlich informativen Zwecken. Wenden Sie sich bei allen Fragen der Gesundheit oder im Krankheitsfall unbedingt an einen Arzt oder Apotheker und lesen Sie auch die Beipackzettel Ihrer Medikamente vor Einnahme sorgfältig durch.

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